Tarifvertrag lufthansa stewardess

UFO hat Lohnforderungen für alle fünf Luftfahrtunternehmen der Lufthansa gestellt, die unter das deutsche Tarifrecht fallen. Eine Mehrheit der UFO-Gewerkschaftsmitglieder stimmte in der vergangenen Woche für einen unbefristeten Streik gegen alle Lufthansa-Unternehmen. Die Lufthansa habe sich mit der Flugbegleitergewerkschaft UFO inmitten der Coronavirus-Krise geeinigt, teilte das Unternehmen am Mittwoch kurz vor Mitternacht mit. Eine Einigung mit der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit stehe noch aus. Die Gewerkschaft zog sich im März aus einem tariflichen Tarifvertrag zurück, doch die Lufthansa erkannte den Schritt nicht an. “Herr Baublies vermischt persönliche Fragen mit den legitimen Interessen der Gewerkschaft”, wurde eine Lufthansa-Quelle zitiert. “So etwas hat es in den Tarifverhandlungen in den letzten Jahrzehnten noch nie gegeben.” Er fügt hinzu: “Unser Ziel bleibt der Versuch, Entlassungen zu vermeiden. Die Vereinbarung der Kurzarbeit ist eine wesentliche Voraussetzung dafür.” […] weitere drastische Maßnahmen, die sowohl das Personal betreffen (Entlassungen, die mit den Gewerkschaften besprochen werden: Vereinbarung bereits mit den Flugbegleitern, schwieriger mit den Piloten) und die Flotte (100 Flugzeuge […] UFO, das nach eigenen Angaben rund 30.000 Kabinenpersonal vertritt, behauptet, Eurowings habe sich nicht an die in der Vergangenheit unterzeichneten Tarifverträge gehält. Die Vereinbarung kommt 12 Stunden, bevor die Aktionäre der Lufthansa über die Zukunft des Unternehmens abstimmen sollen. Auf einer außerordentlichen Hauptversammlung werden die Aktionäre der Airline morgen entscheiden, ob sie einem 9-Milliarden-Euro-Rettungspaket für das Unternehmen zustimmen. Es wird erwartet, dass eine 2/3-Mehrheit erforderlich sein wird, damit der Deal zustande kommt, da die Teilnehmerzahl voraussichtlich geringer ausfallen wird als erhofft. In Wirklichkeit handelt es sich bei dem Abkommen um kriegserklärungswirtige Flugbegleiter und alle anderen Flugbegleiter. In einem entscheidenden Moment hat UFO seine Mitglieder in den Rücken gestochen.

Seit Wochen führt das Lufthansa-Management einen massiven Angriff auf die Rechte und Leistungen von Piloten, Flugbegleitern, Fluglotsen und Bodenpersonal. Im vergangenen Jahr führte die UFO mehrere Streiktage an, um eine Gehaltserhöhung für Flugbegleiter zu erwirken, und die Verhandlungen über einen Tarifvertrag haben sich seitdem hingezogen. Anfang der Woche warf eine deutsche Zeitung Baublies sogar vor, eine persönliche Zahlung von einer Million Euro zu verlangen, um einen Deal über den geplanten Stellenabbau zu erzielen. Eine Einigung über den Personalabbau sollte am Montag vor einer Hauptversammlung am 25. Juni bekannt gegeben werden, doch die Verhandlungen werden heute in Frankfurt fortgesetzt, um eine Lösung zu finden. Am späten Abend veröffentlichten Lufthansa und die Gewerkschaft UFO eine gemeinsame Presseerklärung, nachdem endlich eine Einigung erzielt worden war. Die Gespräche hatten sich über eine selbst auferlegte Frist am 22. Juni hingezogen, nachdem die Verhandlungen zwischen beiden Seiten am vergangenen Wochenende ins Stocken geraten waren. Am 13. Mai verkündete der Lufthansa-Vorstand die einseitige Beendigung des seit Jahrzehnten bestehenden “Kollektivvertragsschutzes” für Bodenpersonal. Dies hatte dafür gesorgt, dass langjährige Mitarbeiter im Falle von Ausgliederungen gleichwertige Ersatzjobs erhielten. Die Independent Flight Attendants Organisation (UFO) gab am vergangenen Freitag bekannt, dass sie sich mit der Lufthansa in einer Schlichtungsvereinbarung über 19.000 Flugbegleiter geeinigt hat.

Angeführt wurde die Schlichtung vom ehemaligen brandenburgischen Ministerpräsidenten Matthies Platzeck (SPD). Die Medien feierten, dass die Gefahr eines neuen Streiks in der Hauptferienzeit nun gemieden worden sei. Nach Angaben der beiden Parteien wird die Vereinbarung zu Kosteneinsparungen von einer halben Milliarde Euro in dieser entscheidenden Zeit für die Lufthansa führen. Dadurch können größere Arbeitsplatzverluste bei den Flugbegleitern vermieden werden, so die Fluggesellschaft. Die Fluggesellschaft arbeitet jedoch unermüdlich mit der Gewerkschaft UFO zusammen, um sich darauf zu einigen, wie mit der Situation in Bezug auf das Kabinenpersonal umzugehen ist. Eine Bekanntgabe der Vereinbarung wurde am Dienstag erwartet, wurde jedoch kurzfristig verschoben. Allein die Tatsache, dass SICH UFO mit dem Management in einer angespannten Situation geeinigt hat, in der Tausende von Lufthansa-Beschäftigten – ganz zu schweigen von den Beschäftigten in der Lieferkette – mit Stellenstreichungen, Outsourcing und Lohnkürzungen konfrontiert sind, wirft ein hartes Licht auf die Rolle der Gewerkschaft.