Tarifvertrag ig metall automobilbranche

Die neue Vereinbarung der Metall- und Elektroindustrie in Baden-Württemberg, die als Pilotvereinbarung für andere Tarifrunden in Deutschland gelten soll, ist ein positives politisches Signal für die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben. Es zeigt, dass wir die Krisenzeit beenden und dass die Arbeitnehmer für ihre Rechte für einen fairen Anteil an der Erholung eintreten. Die Vereinbarung zeigt auch, dass die “Flexibilität” am Arbeitsplatz nicht nur von den Arbeitgebern, sondern auch von den Arbeitnehmern festgelegt werden sollte. Es gibt drei Hauptausleinen aus der Vereinbarung, die sich auf Löhne, Arbeitszeit und den so genannten Tariflohnzuschlag beziehen. Das Beispiel von BMW und Raufoss zeigt eine der verschiedenen Möglichkeiten auf, wie die Struktur des Automobilsektors und die Internationalisierung von Produktionsnetzwerken die Regulierungskapazität der Arbeitsbeziehungen beeinflussen können, und scheint einige Anpassungsformen in den bestehenden Systemen der länderbasierten bilateralen Beziehungen zu verlangen. Tatsächlich scheint die Unternehmensleitung viel besser in der Lage zu sein, länderübergreifende Vergleiche auszunutzen als Gewerkschaften. Jüngsten Untersuchungen zufolge sind Automobilarbeitgeber aktiv, um Kosten- und Leistungsvergleiche in verschiedenen Werken und Ländern zu nutzen, um während der Verhandlungsrunden Druck auszuüben und Zugeständnisse zu erhalten, beispielsweise im Hinblick auf eine höhere Arbeitsflexibilität, im Gegenzug für Investitionszusagen oder sogar um Veräußerung und Schließung. Die Verwendung dieser Art von “Zwangsvergleichen” durch das Management lässt sich an einem weltweiten Umstrukturierungsplan von GM aus dem Jahr 1997 ableiten, der mit einer weit verbreiteten Verwendung von werksübergreifendem “Benchmarking” einherging. Infolgedessen gab es in Deutschland, dem Vereinigten Königreich und Belgien eine Reihe von Vereinbarungen, die Änderungen der Arbeitspraktiken und die Einführung anderer Maßnahmen zur Kostensenkung und Produktivitätssteigerung gegen Verpflichtungen in Bezug auf künftige Produktion und Investitionen eintauschten. Es war nicht möglich, vollständige Daten über die Verteilung der Beschäftigung nach Geschlecht im Automobilsektor zu erheben. Aus den verstreuten Informationen, die in den nationalen Berichten der EIRO-Zentren enthalten sind, lässt sich jedoch sagen, dass die Präsenz weiblicher Arbeitskräfte auf einen Prozentsatz begrenzt ist, der in der Regel 20 % nicht überschreitet. Personalchef Karlheinz Blessing sagte: “Unsere Lohnvereinbarung ist effektiv auf dem Niveau der Metallindustrie.

Dies war ein wichtiges Ziel für uns, um die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Gleichzeitig sind wir als Arbeitgeber deutlich attraktiver. Die zusätzliche Jahresvergütung im Rahmen des Tarifvertrags gibt den Arbeitnehmern die Möglichkeit, sich entsprechend ihren Anforderungen für eine zusätzliche Vergütung oder Freizeit zu entscheiden. Darüber hinaus haben wir das betriebliche Altersversorgungssystem deutlich verbessert. Jeder unserer tarifgebundenen Arbeitnehmer wird die Auswirkungen auf seine Rente bemerken. Diese Verbesserung wird jüngeren Arbeitnehmern durch die längere Beitrags- und Zinsakkumulationszeit mehr zugute kommen.” Ein sehr wichtiges Merkmal der Unternehmenspolitik ist das Wiederauftreten der industriellen Umstrukturierung, die den Automobilsektor besonders dann zu treffen scheint, wenn sich die wirtschaftlichen Aussichten verschlechtern. Angesichts der wirtschaftlichen Stagnation und des deutlichen Rückgangs des Neuwagenabsatzes (minus 3,5 % im Jahr 2002) sind derzeit Sanierungsbemühungen in einer Reihe von Automobilunternehmen im Gange, darunter Fiat (wo ein Gesamtabbau von rund 3.000 Arbeitsplätzen geplant ist – IT0212211F) und Ford (mit 3.000 Entlassungen im belgischen Genk-Werk im Herbst 2003). Die IG Metall hat ihre zentrale Forderung durchgesetzt, dass die Arbeitnehmer das Recht haben sollen, ihre Wochenarbeitszeit für einen Zeitraum von bis zu zwei Jahren von den üblichen 35 Auf dauereten auf 28 Stunden zu reduzieren.